“Was rätst du mir in meiner Situation”
Diese Frage hat mir die Woche ein junger Unternehmer (ein Leser des Newsletters, Grüße gehen raus!) gestellt.
Ich habe mich kurz zurückgelehnt und überlegt.
Und dann habe ich mich entschieden, ihm meine ehrliche Antwort zu geben.
Keine Marketing- oder Business Antwort.
Sondern das, was ich meinem 16-jährigen Ich raten würde, hätte ich die Chance.
(Before - TBD)
Und bevor ich mit dir teile, was ich ihm gesagt habe, will ich über das Problem mit Unternehmern sprechen.
Das Problem vieler Unternehmer:innen
Ich habe Unternehmer immer bewundert. Mit 13 hat meine Mutter mich das erste Mal auf ein Event voller Mittelständler mitgenommen. Meine Mum war damals Vertriebsleiterin für ein Wirtschaftsmanagerin in Düsseldorf.
(Fun fact, mein erster offizieller Job war in diesem Magazin. Wir hatten damals für ein elfköpfiges Vertriebsteam eine gigantische Kundendatenbank in Microsoft Excel, die über interne Server synchronisiert wurde. Eine verschobene Zeile, einmal falsch gespeichert & IT musste die Backup-Version herstellen. Ein absoluter Albtraum. Aber hey, so hab ich angefangen mich für Sales zu interessieren und bin nicht nach Australien gegangen, um mich wie Steve Irwin auf Krokodile zu werfen. Good old times..)
Was haben die Geschäftsführer der KMUs die ich als Teenager kennengelernt habe & die CEOs und Founder gemeinsam, die ich seitdem kennengelernt habe?
Viele haben eine schlechte Beziehung mit sich selber.
Wenn ich mich an die Gründungszeit von Thorsten Kreutz Consulting erinnere, dann fällt mir das besonders stark auf.
Bei dutzenden und hunderten von Unternehmer:innen, die wir als Kunden hatten oder die ich in der Marketingshow getroffen habe.
Immer wieder das selbe. Das Ergebnis kann variieren.
Manche laufen so vor sich selber weg, dass genau das sie zum (finanziellen) Erfolg treibt.
Manche haben so Angst sich selber zu begegnen, dass sie die Realität einfach verneinen. (Das sind dann die, die einfach “authentisch” sein und akzeptiert werden wollen.)
Aber der Ursprung dafür ist der selbe.
Und ich war genauso!
Meine größte Motivation für die letzten…. 17 Jahre? war das Wegrennen vor mit selber. Weil ich mich selber nicht mochte, hatte ich unbewusst den Antrieb “als Unternehmer” erfolgreich zu sein.
In der Hoffnung, dass ich irgendwann genug bin.
Spoiler: Das ist nicht passiert.
Egal was ich erreicht habe, ich habe immer einen Weg gefunden, mich selber zu kritisieren oder abzuwerten.
Und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin.
Ich habe mit einigen der erfolgreichsten Unternehmer gesprochen, sowohl aus der “klassischen” Wirtschaft, als auch aus der “Online” Szene.
Und immer wieder das selbe: Wirklich glücklich mit sich? Höre ich selten.
Ein Event voller Geschäftsführer ist mir besonders in Erinnerung geblieben.
Ich stehe draußen, unterhalte mich mit einem 62 Jahre alten Unternehmer. Er hatte eine Recruiting-Firma aufgebaut, deutschlandweit expandiert und dann ganz Europa.
Nach allen klassischen Metriken war er erfolgreich. Das Gespräch soweit so gut, soweit so oberflächlich.
Aber dann sind wir zum Kern gekommen. Und haben darüber gesprochen, wie unsere unternehmerischen Reisen für uns waren.
Und er, fast flüsternd, sagt: “Alles war großartig. Bis ein großer Kunde nicht gezahlt hat. Bis die Insolvenz kam. Und ich hätte damit fast nicht leben können. Weil es für mich nicht aushaltbar war, zu scheitern. Weil ich mich nicht mehr im Spiegel anschauen konnte.”
“Und ich hätte damit fast nicht leben können.”
Ganz ehrlich? 2025 habe ich mich mit ordentlich in die Nesseln gesetzt. Bin Partnerschaften eingegangen, die mich sehr viel gekostet haben.
Nicht nur Geld. Sondern vor allem Kraft. Am meisten Selbstvertrauen.
Aber eine großartige Sache ist aus diesem Jahr entstanden.
Ich habe meine Priorität Nummer eins entdeckt.
Und verstehe mich nicht falsch. Ich will nicht wie ein Guru erscheinen, der von oben vom Berg runter spricht.
Ich bin einfach nur ein fellow traveler und will meine Erfahrungen mit dir teilen. In der Hoffnung, dass es dir auf deiner Reise hilft.
Wie hat Seneca so schön gesagt:
“I am not such a hypocrite as to offer cures while I am sick myself. No, I am lying in the same ward, as it were, conversing with you about our common ailment and sharing remedies. So listen to me as if I were talking to myself: I am letting you into my private room and giving myself instructions while you are standing by.”
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“Ich bin nicht so ein Heuchler, der anderen Heilmittel anbietet, während er selbst noch krank ist. Ganz im Gegenteil: Ich liege im selben Zimmer wie du, wir reden über dieselbe Krankheit und tauschen unsere Mittel dagegen aus.
Also hör mir zu, als würde ich gerade mit mir selbst reden.
Ich lass dich in mein innerstes Zimmer rein und spreche mir selbst gut zu – und du stehst daneben und hörst zu.”
Christopher, was ist jetzt dieser Entscheidungsfilter?!
Keine Sorge, ich höre deine ungeduldigen Hufe scharren!
Was ich dem jungen Unternehmer geraten habe, ist das selbe was ich meinem jüngeren Ich raten würde. Was ich immer mehr und mehr zu meinem Entscheidungsfilter No. 1 mache:
Sorgt das für eine bessere Beziehung mit mir selber? Oder bringt mich das weiter von mir selber weg?
Denn das habe ich über die letzten Jahre gelernt.
Nichts ist so wichtig, wie eine gute Beziehung mit mir selbst. Ich kann viel Geld haben, ich kann kein Geld haben. Ich kann umringt von Freunden, oder alleine sein.
Wer mich immer begleitet, bin ich selbst. Und es ist meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich eine gute Beziehung mit mir selber habe.
Das heißt für mich wirklich erwachsen sein. Die Verantwortung für mich selber tragen.
Das ist in meinen Augen wirkliche Freiheit.
Ist das guter “Business-Advice”? Nein, vermutlich nicht. Aus dem Gefühl “nicht gut genug zu sein”, sind viele Millionen gemacht worden.
Für mich persönlich? Kein Geld der Welt kann kaufen, dass ich mich selber leiden kann.
Egal wo du gerade stehst, ich wünsche dir alles Gute für deine Reise.
Auf das nächstes Jahr ein erfolgreiches für dich wird.
Im Business als auch… mit dem ganzen “Rest” 😉
Viel Spaß,
Dein Christopher
P.S. keine Sorge, für nächste Woche habe ich ein besonderes Geschenk für dich. Nur für Skalierung und mehr Umsatz und Profit!
